Band 4 - Großmagie - Sophie André

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Band 4 - Großmagie

Art-Arien
 

Darius erzählt: »Während ein Mann namens Sinan Istakhrasus auf dem Forum von Chromnos‘ Hauptstadt vierzig Peitschenhiebe erhielt und damit eine Erschütterung der Macht herbeiführte, die keiner von uns auf diese Art erwartet hätte, lebten wir in Art-Arien im Genuss einer lang andauernden Ruhe. Keiner von uns erahnte die Folgen, die diese Erschütterung der chromnischen Macht nach sich ziehen würde.«
Doch der Frieden in Art-Arien ist nicht von Dauer. Mokor wünscht Rache und zieht mit seinem Heer über die Eisebene. Während der Dunkelmagier jeden noch so ungeübten Krieger zum Kampf führt, rüsten auch die Magier Art-Ariens zur Verteidigung. Ihnen zur Seite steht eine weitere Spezies des freien Landes – auch die Menschen wollen sich nicht vor dem Kampf verstecken.



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Kleine Leseprobe:

Darius erzählt:
Während ein Mann namens Sinan Istakhrasus auf dem Forum von Chromnos' Hauptstadt vierzig Peitschenhiebe erhielt und damit eine Erschütterung der Macht herbeiführte, die keiner von uns auf diese Art erwartet hätte, lebten wir in Art-Arien im Genuss einer lang andauernden Ruhe. Keiner von uns ahnte, welche seltsamen Entwicklungen sich hinter der magischen Grenze begaben. Nachdem endlich auch der letzte Gast Schuma und unsere Burg verlassen hatte, konnten Solinea und ich die Ruhe finden, nach der wir uns so sehr sehnten.
Ich erinnere mich noch gut, dass wir manchen Abend still zusammen in dem kleinen Burggarten saßen oder von einem der Türme aus ins Land sahen. Oftmals ließ mich meine Gefährtin dann an ihren Gefühlen und ihren Gedanken teilhaben und ich tat es ihr gleich und ließ sie mehr von mir wissen, als ich je einem Wesen offenbart hatte, Atreus eingeschlossen. Jeder Tag, der verging und jede Nacht, die sie an meiner Seite verbrachte, führte uns ein wenig näher zueinander und ich liebte sie dafür.
Nicht dass ich über dieser Euphorie die Tatsachen vergessen hätte. Mehr als einmal nahm ich den mentalen Kontakt zu Solineas anderem Gefährten und meinem Freund Nashoba auf und schon bald fanden wir Wege, wie wir unsere Zukunft gemeinsam gestalten konnten. Damals, ganz am Anfang dieser neuen Erfahrungen, konnte sich keiner von uns beiden vorstellen, dass wir gemeinsam und gleichzeitig mit Solinacea leben sollten. Wir kamen überein, dass immer einer von uns bei ihr sein würde, während der andere seinen Aufgaben nachkam. Kampftraining, Grenzüberwachung, die Führung unserer Länder, das alles erschien uns ebenso wichtig wie unsere Gefährtin und eine gute Lösung schien in jener Teilung zu liegen. So lebten wir in jenen ersten Mondumläufen und es kam Nashoba und mir gut vor.
Dann, irgendwann im Sommer, als wir gerade alle in Tsiigehtchic waren, gesellte sich Archon zu uns. Der alte Primus der Elementemagier hatte eine lange Reise hinter sich und wahrscheinlich eine Vielzahl schwieriger Gespräche, denn er kam von Dakoros, wo er versucht hatte, Leondara und Naoki in ihrem Beharren gegen unsere Gefährtenschaft aus dreien umzustimmen. Ihretwegen hatten wir noch nicht das »Omnia vincit amor« beschworen und ihretwegen sah ich Solinea mehr als einmal still nach Südwesten über das Meer starren, als könne sie so ihre Wahlmutter zum Einlenken bewegen.
Archon unverhofft erscheinen zu sehen, war für mich inzwischen ein gewohnter Anblick und so begrüßte ich den alten Freund ohne große Überraschung.
»Darius!«, ergriff der Primus sofort das Wort und zog mich am Arm zu einem kleinen Weg über die Klippen. »Mein lieber Sohn!«
Das war ihm zu einer neuen Gewohnheit geworden, Nashoba und mich als seine Söhne zu bezeichnen. Vielleicht wollte er damit ein wenig die Ablehnung der Dakoraner wettmachen. Vielleicht amüsierte ihn auch die Vorstellung, einen Wolf und einen Drachen zum Sohn zu haben – wer weiß das schon? Mich irritierte seine Anrede nicht wenig. Doch Archon ließ sich von solchen Nichtigkeiten nicht beirren.
»Was für ein Glück, dich hier allein anzutreffen«, eröffnete er seine Rede. »Ich wollte schon lange einmal mit dir sprechen und nun habe ich eine hervorragende Gelegenheit dazu.«
Erstaunt sah ich den Alten an. Was gab es, dass er es nicht vor allen benennen konnte? Doch ich sah ein feines Lächeln auf seinem Gesicht, das anzeigte, dass ich mich bereits verraten hatte. Archon! Der Seher! Wie hätte auch nur ein kleiner Gedanke vor ihm verborgen sein können?
An jenem Tag kam er sofort zu dem, was ihn bewegte. »Ist euch, Nashoba und dir, eigentlich klar, was ihr bei Solinacea anrichtet, indem ihr euch derartig aus dem Weg geht?«


Band 4 "Großmagie" erscheint 2018. Ich freue mich, Sie dann erneut als Leser begrüßen zu dürfen.

 
 
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