Die Maga fortunae und das Alte Reich - Sophie André

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Die Maga fortunae und das Alte Reich

Art-Arien > Bonusgeschichten
 

Das Schicksal Tahatans überschattet den Alltag der Drachenburgbewohner.
Eine alte Legende kommt da am Abend gerade recht, um von dunklen Gedanken abzulenken.

Doch spricht die Überlieferung der Maga fortunae wirklich nur von vergangenen Zeiten?

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Kleine Leseprobe:

Seit sich Nashoba erneut auf die Suche nach seinem besten Freund Tahatan gemacht hatte, verliefen die Abende auf der Drachenburg stiller und nachdenklicher als je zuvor.
Darius und Solinacea waren schweigsam und in sich gekehrt. Die Heilerin hatte den grausamen und sinnlosen Tod ihrer Freundin längst noch nicht verwunden und Darius sorgte sich nicht nur um seinen Wahlbruder, sondern trug ebenso schwer an der zusätzlichen Verantwortung, die dieser ihm für Ipioca hatte übertragen müssen.
Gewiss hatte er in Mahtociqala einen tatkräftigen Helfer und im Augenblick herrschte an der Grenze Frieden. Dennoch hoffte der Drache, dass Nashoba bald zurückkehren würde, und dass er dann nicht allein käme. Das Schicksal Tahatans lastete auf ihnen allen.

So saßen sie auch an diesem Abend wieder beieinander, das Gefühl der Zusammengehörigkeit auskostend, das ihnen allen immer mehr zum Bedürfnis geworden war.
Danái spielte leise für ihren Sohn Omid auf der Harfe, der sich auf einem weichen Schaffell vor dem Kamin neben seiner Lieblingskatze zusammengerollt hatte und auch Aram und Helia saßen lauschen vor der Heilerin.
Die Anderen hatten sich um Darius´ große Tafel versammelt und während die Männer Rüstungsteile und Waffen polierten und sich dabei leise über dies und das unterhielten, drehten die Frauen konzentriert und flink an den Spindeln.
Tainee wollte Helia das Weben beibringen und um es der kleinen Magierin so einfach und kurzweilig wie möglich zu machen, entstanden unter den kundigen Händen der Frauen verschiedenfarbige Garne, die die kleine Dämonenkriegerin zu einem weichen Schal mit einfachen Muster verarbeiten würde.
Die bereits fertigen Spindeln sammelten sich auf der hölzernen Tischplatte und als Solinacea eine neue in leuchtenden Rot hinzufügte und sich unbewusst die verspannten Finger rieb, sah auch Arken auf. "So könnte es im Webkorb der maga fortunae ausgesehen haben."
Erstaunt sah Darius auf und folgte dann dem Blick Arkens, um wenig später ein breites Lächeln auf den Gesicht zu tragen. "Tatsächlich!" Er lachte leise und die unerwartete Heiterkeit ihres Fürsten lenkte nun die Aufmerksamkeit weiterer Krieger auf die eigentlich alltägliche Szene.

Tainee ließ ihre Spindel sinken und musterte die bunten Wollknäuel ebenso wie Darius. "Wenn sie diese Farben verwebt hat, muss es wohl eine gute Zeit für das Alte Reich gewesen sein", flüsterte sie leise. Dabei sah sie nicht auf und lenkte auch gleich wieder von sich ab, indem sie mit ihrem linken Fuß die kleine Wiege in Bewegung setzte , die neben ihr stand und in der die kleine Tochter schlief, die sie vor wenigen Mondumläufen geboren hatte.
Atreus betrachtete die schüchterne chromnische Heilerin nachdenklich. Dann verzog sich auch sein Gesicht in einem heiteren Lächeln, als er das hoffnungsvolle Bild vor sich vollkommen wahrnahm. "Ich glaube, wenn wir den Teppich unserer Zeit betrachten könnten, wäre er sicher auch nicht nur dunkel, sondern oft genug auch bunt und heiter." Er wandte sich seinem Bruder zu: "Meinst du nicht auch?"
Der Drache folgte seinem Blick und nickte schließlich. "Doch!", bestätigte er mit fester Stimme. "Wir werden ein farbenfrohes, hoffnungsvolles Bild hinterlassen."
Dann, als er feststellte, dass sowohl Sirigan als auch Solinacea ihrem Gespräch verständnislos gefolgt waren und Danáis Harfe verstummt war, nickte er Arken zu. "Und da wir nun schon diese alte Mythe geweckt haben, solltest du sie uns allen von Anfang an erzählen. Gib der Maga fortunae die Ehre und uns die Erinnerung an die alten Zeiten für diesen Abend!"

 
 
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