Kokopellis Lied - Sophie André

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Kokopellis Lied

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Am Abend des ersten Maisfestes in Ipioca, nachdem die ausgesprochen gute Ernte eingebracht ist, erzählt Cheveyo, der Medizinmann der Graslandmenschen, die Geschichte des Trickstergottes Kokopelli. Seid eingeladen, am Lagerfeuer der Inokté Platz zu nehmen und dabei zu sein, wenn die alte Mythe um den buckligen Flötenspieler zu neuem Leben erwacht.


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Kleine Leseprobe:

Unzählige Körbe, randvoll mit goldenen Maiskolben, füllten die Lager der Inokté, als sie sich am Abend nach der ersten Ernte zu einem Fest des Dankes und der Freude versammelten. Doch nicht nur Menschen und Magier aus dem Volk waren gekommen, um das Ende des Hungers zu feiern. Auch die Dämonenkrieger mit ihren Anführern Darius und Atreus, mit den Wasserdämonen und Seren, der jungen Sirene, ließen sich diesen Abend der Freude nicht entgehen. Lange Zeit sangen, tanzten und lachten die Gäste ob der gelungenen Ernte.
Dann, als sich im Osten schon ein feiner Saum neuen Lichts zeigte, erhob sich Cheveyo, der Medizinmann der Graslandmenschen, um eine letzte Geschichte zu erzählen - die Legende des Trickstergottes Kokopelli. Und wann, wenn nicht zur Zeit der Ernte, wäre ein besserer Moment gewesen, um dem Gott des Wassers und der Fruchtbarkeit die Ehre zu geben?
Vielleicht war die alte Sage nur eine harmlose Unterhaltung für die Kinder, vielleicht steckte viel mehr dahinter und Cheveyo berichtete von den längst untergegangenen Vorfahren der Inokté - wer wusste das schon so genau? Wahr ist, dass sie alle, Frauen, Männer, Kinder, dem Bericht des Schamanen aufmerksam folgten.
"Dies ist die Geschichte von Kokopelli, wie sie mir von meiner Mutter erzählt wurde", begann der Weise. "Sie aber hatte sie von ihrer Mutter gehört, diese von deren Mutter und so weiter zurück bis zu jenem unvergessenen Tag im Sommer, als jene Vorfahren, die damals zu Füßen der Feuerberge im Süden lebten, vor lauter Dürre und Durst nicht mehr ein noch aus wussten. Kein Lied erklang mehr und kein Kinderlachen durchbrach die Stille an den abendlichen Feuern. Staubtrocken war das Land rings um die Pueblos des Volkes und kein noch so kleiner Halm ließ sich in der rissigen Erde erblicken. Hunger und Durst drohten, das Volk zu zerstören."
Ernst lauschten die Erwachsenen dem Beginn der Geschichte, hatten doch auch sie im vergangenen Jahr gelernt, was es hieß, Hunger zu leiden. Wären nicht die hilfreichen Wasserdämonen gewesen, wer weiß, ob sie heute noch alle gemeinsam an den Feuern sitzen würden? So schlug Cheveyo unbewusst ein Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und die Konzentration seiner Zuhörer war ihm sicher.
"Manch einer sagt heute, wenn er die Zeit von damals betrachtet, dass unsere Vorfahren ihr Leid selbst mit verursacht hatten. Gewiss ist, dass sie für den Bau ihrer Lehmhäuser und für ihr Wohlbefinden in den kalten Nächten der Steppe viel mehr Holz nahmen, als sie gedurft hätten und so der Erde ihren Schutz vor Wind und Erosion nahmen. Doch keiner von uns, ja nicht einmal einer der ältesten Magier war zu jener Zeit schon geboren und da wir nicht dabei waren, bleiben uns nur Mutmaßungen …"

 
 
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