Pagans - Sophie André

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Pagans

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Für alle Traumtänzer, Romantiker und Tagediebe, die auch Ü30 noch glauben, dass Liebe Grenzen überschreiten kann.

Anna ist nicht besonders begeistert, als sie von ihrem Freund Franz schon wieder gebeten wird, für eines seiner Buchprojekte Fotos zu schießen.
Eigentlich wollte sie diesen Frühsommer mit ihrer 14-jährigen Tochter Jenny genießen und nicht jedes Wochenende mit einer Pagan-Folk-Band durch Deutschland ziehen.

Doch Franz unterstützt sie, seit sie geschieden ist, wo er kann. Und so stimmt sie zu, die Musiker kennenzulernen. Die "Pagans" allerdings unterscheiden sich erheblich von den Künstlern aus Franz´ letztem Projekt. Sie sind von der Idee ihres Managers zu einem Tourbuch wenig begeistert. Als sich dann herausstellt, dass Anna gar kein Profi ist, sondern einem eher bodenständigen Beruf nachgeht, ist der Eclat vorhersehbar ...

Sie wäre auch gern sofort auf dem Absatz umgekehrt, doch Luca, eines der Bandmitglieder, besteht darauf, dass sie sich beim nächsten Konzert als Fotografin beweist. Dieser Herausforderung des charismatischen Mannes kann Anna nichts entgegensetzen ....

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Kleine Leseprobe:

Anna hatte gerade die Dusche abgestellt und sich in ein Badetuch gewickelt, als das Telefon klingelte. Drei Töne lang überlegte sie, den Hörer gar nicht abzunehmen, aber dann tat sie es doch.
Das Display zeigte die Nummer von Franz an, ihrem guten Bekannten und den konnte sie nicht abweisen. Immerhin war der Journalist seit ihrer Scheidung vom entfernten Bekannten zum engen Vertrauten geworden.
„Hey, Franz", rief sie hektisch ins Telefon. Und dann fröhlicher: „Warte kurz! Ich muss nur schnell meine Füße abtrocknen."
Ein Lachen am anderen Ende ließ sich aus dem abgelegten schnurlosen Telefon vernehmen. Anna kicherte und schob das Handtuch gleich noch über die nassen Fußabdrücke auf ihren Badfliesen. Dann griff sie erneut zum Hörer.
„Also, Franz! Warum jagst du mich aus meiner Dusche?" Ein Kichern bestätigte, dass sie es nicht so ernst meinte und der Anrufer lachte gutmütig. „Ich freue mich auch, dich mal wieder zu hören, Anna!", erklärte er leicht spöttisch. „Du hast dich echt rar gemacht in den letzten Wochen. Ist alles bei euch in Ordnung?"

Anna nickte, obwohl das der Mann am anderen Ende der Leitung wohl kaum sehen konnte. „Jaaa, eigentlich schon." Die Frau im Handtuch runzelte die Stirn und betrachtete ihr Gesicht im Spiegel, während sie die letzten Wochen gedanklich Revue passieren ließ. ‚In Ordnung’ war so ein dehnbarer Begriff und sie wollte Franz nicht schon wieder mit ihren Problemchen und Sorgen in den Ohren liegen.
„Jenny ist gerade im Ferienlager, weiß du…" erklärte sie.
„Und da machst du dir ein paar gemütliche Stunden?" mutmaßte Franz. „Oder drückst du dich schon wieder viel zu oft auf eurer Wachstation rum?"
Anna seufzte. Dass er sie aber auch schon so gut kannte. Natürlich schob sie jetzt, wo Jenny über die Osterferien an der Nordsee war, ein paar zusätzliche Dienste. Einerseits konnten sie das Geld gut gebrauchen, andererseits musste sie diese Leistung einfach erbringen. Ihr Chefarzt war sehr rücksichtsvoll gewesen, als sie nach dem Tumult der Scheidung eine Auszeit gebraucht hatte, doch nun forderte er auch entsprechende Gegenleistungen. Und eigentlich war das für Anna auch ganz O.K.. So hatte sie weniger Zeit zum Nachdenken…

„Ich bin grade nach Hause gekommen", gab sie zu. „Aber es war ganz ruhig - hatte kaum was mit Arbeit zu tun", versicherte sie.
Franz brummte etwas Unverständliches. „… und du musst selber am besten wissen, wie viel du dir zumuten kannst", verstand Anna am Ende seines Satzes. Wieder nickte die Frau unwillkürlich. „Das weiß ich, Franz. Es wird nicht zu viel werden. Kommendes Wochenende habe ich frei. Und da Jenny erst am Sonntag wiederkommt, werde ich mich ganz auf meine Erholung konzentrieren."
Wieder brummte der Mann am anderen Ende. Dann kam er zu dem eigentlichen Grund seines Anrufs: „Ich weiß nicht, ob das mit der Erholung so klappen wird, Anna", gab er zu.
„Wieso denn nicht? Willst du mit Sylvie vorbeikommen und wir machen uns einen lustigen Abend?" witzelte sie.
„Äh, nein!" Franz räusperte sich. „Ich wollte dich eigentlich bitten, mir bei meinem neuen Buchprojekt noch einmal zu helfen."
Als er hörte, dass Anna tief Luft holte, fuhr er schnell fort: „Das Tourbuch von den Corvidae ist eingeschlagen wie eine Bombe." Anna unterbrach ihn mit einem Lachen. „Das glaube ich sofort! Die Jungs waren aber auch so was von toll …"

Franz und sie hatten die Band, deren Name zu Deutsch so viel wie „Rabenvögel" hieß, fünf Wochen lang auf ihrer Deutschlandtour durch alle Burgen und Kneipen begleitet und ein dreißigseitiges Tourtagebuch erstellt. Franz war der Autor und sie hatte die Jungs abgelichtet. Richtig Spaß hatte das gemacht.
„Ja, und weil sie so toll waren, ist das Buch wirklich gut auf dem Markt angenommen worden", bestätigte Franz. „Darum hat mich heute auch dieser Manager von den Pagans angerufen und mich gebeten, so ein Projekt für seine Truppe zu machen. Er hat ausdrücklich den gleichen Fotografen gefordert, Anna!"

 
 
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