Sæwicingas - Sophie André

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Sæwicingas

In Arbeit
 

Thorstein, ein Freund Ragnar Loðbróks hat seine Frau im Kindbett verloren. Seither lebt er allein und begleitet Ragnar auf dessen Raubzügen nach England und an die nordischen Küsten.
Bei einem Überfall raubt dieser die Sklavin Rúna und schenkt sie seinem Freund für dessen treue Hilfe. Doch für Torstein ist die Erinnerung an seine Gefährtin Snót noch viel zu präsent, als dass er in Rúna mehr als eine Hilfe in Haus und Hof sehen könnte, oder?


Randas bæron
sæwicingas ofer sealtne mersc,
manna menio; micel angetrum
eode unforht.

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Kleine Leseprobe:

Schon hatten die Männer aus den Nordlanden den Bug ihres Schiffes gen Heimat ausgerichtet, als es Ragnar Loðbrók ins Auge fiel - das kleine Dorf dicht an der Küste, kaum einen Steinwurf vom Ufer entfernt und ohne eine nennenswerte Palisade, die die Eindringlinge hätte abwehren können.
Nachdenklich musterte der Jarl die Siedlung, in Gedanken eine Bilanz ihrer Raubzüge aufstellend und dabei abwägend, ob es sich lohnte, das Ruder doch noch einmal herumzureißen und einen halben Tag zu opfern, um ihre Beute um einige Sklaven aufzustocken. Der letzte Angriff auf die Engländer hatte ihn einige Männer gekostet und nach dem Fieber im vergangenen Winter war die Zahl der Hände in Straumfjorður um einige weniger geworden.
Dem gegenüber stand der im Augenblick wirklich großartige Wind, der sie binnen kurzer Zeit nach Norden bringen würde. Aufmerksam betrachtete der Nordländer den schmalen Küstenstreifen vor dem Dorf. Eine Landung hier wäre schnell, ungefährlich und unaufhaltsam für die unbedarften Siedler.
Er nickte dem Mann zu, der schräg hinter ihm das Steuer führte.
"Noch ein wenig Proviant und ein paar Hände mehr für zuhause - was meinst du?"
Der so Angesprochene schenkte seinem Anführer ein offenes, siegessicheres Grinsen.
"Ich bin dabei, Mann. Gegen ein fettes Stück Schaf zum Abendmahl hätte ich nichts einzuwenden. Und sollten die Weiber hier halbwegs ansehnlich sein, dann auch nichts gegen eine für mein Lager im nächsten Winter."
Ragnar runzelte bei diesen Worten leicht die Stirn. Er wusste wohl, dass es bisher noch keine Frau geschafft hatte, die im vorletzten Winter am Kindbettfieber verstorbene Snót zu ersetzen. Dass Thorstein nun davon sprach, sich eine Sklavin für sein Lager zu suchen, war wohl eher eine Ausrede als die Wahrheit. Doch der Mann brauchte jemanden, der ihm Herd und Haus bestellte. Sonst würden seine Kleider bald nur noch Lumpen und sein Haus eine ungemütliche Hütte sein. Der Jarl lachte in sich hinein. Sein Freund hatte bei dieser Fahrt wirklich gut gekämpft und ihm immer zur Seite gestanden. Er hatte eine Auszeichnung verdient. Und da er sich vermutlich nicht nach den Weibern des Dorfes umschauen würde, auch, wenn er gerade noch anderes behauptet hatte, würde er, Ragnar, das für ihn tun.
Locker, fast schon beiläufig gab der Jarl den Befehl beizudrehen und das Schiff ans Ufer zu steuern.

 
 
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