Traumzeit - Sophie André

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Traumzeit

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Eine bedingungslose Bindung zwischen zwei Gefährten,
das Geheimnis der Dämonenkrieger - nicht immer mögen beide Partner dem von Anfang an gewachsen sein.

Erlebt eine kurze Momentaufnahme aus dem Beginn der Gefährtenschaft zwischen Ceylin und Abed.


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Kleine Leseprobe:

Als sich der Wind in einer heftigen Bö in den Blättern der Bäume vor der geöffneten Tür verfing, erwachte sie.
Wie immer ließ sich ein feiner Algenduft in der Luft erahnen, die von dem nahen See aufstieg. Die Sommernacht war warm und selbst der frische Wind in den Birken vor der einsam gelegenen Hütte hätte ihr nicht diese Unruhe bereiten dürfen.

Dennoch fühlte sie sich plötzlich beobachtet und nicht allein. Die unerwartete Anspannung ließ sie frösteln. Eine Vorahnung machte sich in ihr breit und noch bevor sie sich umsah, zog sie die dünne Decke enger um ihren Körper und über ihre Schultern. Dann sah sie auf.

Eigentlich wusste sie es, noch bevor sie ihren Blick zur Tür gewandt hatte. Unter dem niedrigen Türstock stand eine große, reglose Gestalt, vom vollen Mond in einen düsteren Schatten gehüllt.
Er!

Bewegungslos ließ er ihren Blick über sich wandern und sie nahm die widersprüchlichen Emotionen wahr, die von ihm auszugehen schienen, Zorn, Wut, eine verhaltene Aggressivität und, ja, auch das, ein dunkles, wortloses Verlangen. Er hatte sie gefunden.

Das Zittern kam vollkommen unkontrolliert. Es begann unauffällig mit einem feinen Tremor ihrer Hände, als sie sich auf einen Arm aufstützte und ihm entgegensah.
„Abed.“
Mehr als seinen Namen vermochte sie nicht auszusprechen und mehr schien er auch nicht zu erwarten, als er sich zu seiner vollen Größe aufrichtete und eine Hand an den Türstock stützte.

Der Mond schien ihm auf den Rücken und ließ kaum mehr als seine Silhouette erkennen, ein schlankes, durchtrainiertes Raubtier mit der Seele eines Kriegers, dunkel, bedrohlich, unbeherrschbar und dennoch für sie zutiefst anziehend. Diese Anziehung war es auch gewesen, durch die sie ihm zu nahe gekommen war, viel zu nahe. So nahe, dass er sie nun als sein Eigentum betrachtete. Ein Besitzanspruch, der sie überrascht und überfordert hatte, und sie am Ende Hals über Kopf in eine Flucht trieb, die hier und jetzt ihr Ende finden würde. Nun, da er sie aufgestöbert hatte.

Das Wissen um seine überwältigende Stärke und seine Dominanz machte ihr Angst und ließ dennoch gleichzeitig eine innere Hitze in ihr aufwallen, deren Ursache sie sich nicht gestehen wollte.
Das feine Zittern ihrer Hände wurde stärker und nahm von ihrem ganzen Körper Besitz. Die Wärme, die beim ersten Anblick ihres Kriegers in ihr aufgewallt war, machte einer inneren Kälte Platz. Sie zog fröstelnd ihre Beine an den Körper und umschlang ihre Knie mit den Armen.

Noch immer stand der dunkelhäutige, athletische Mann im Eingang, das in Zöpfchen geflochtene Haar mit einem Band am Hinterkopf fixiert, den Arm lässig an den Türstock gelehnt, abwartend, lauernd. Und obwohl sie es in den milchigen Schatten des Mondlichtes nicht erkennen konnte, wusste sie, dass er lächelte. Es war kein freundliches, gutmütiges Lächeln, das war ihr von Anfang an klar.

Dieser Blick war siegesbewusst, triumphierend, animalisch. Es versprach dem Träger baldigen Genuss und ließ seine Beute zu Reglosigkeit erstarren

 
 
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